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Abstract Fusschirurgie in Munchen 2012

Abstract Vortrag 20. Internationales Symposium für Fusschirurgie in München 06.12.2012

Titel  Was lässt die genauere Analyse von Knick- und Plattfüssen in Diagnostischer und therapeutischer Hinsicht erwarten?

Ziel: Wie lassen sich die Unterschiede der Fußbeschwerden, Podogramme und Fußdruckmessungen bei Knick- und Plattfüßen erklären und welche Konsequenzen haben sie für die Behandlung?

 

Material: Anamnestische Befunde der Beschwerden, dynamische Podogramme, Ergebnisse von dynamischen Fußdruckmessungen, Fußuntersuchungen, Scans und Beurteilung des Gangbildes sowie der Schuhe von mehr als 500 Patienten aus der eigenen Praxis.

 

Methode: Mit Hilfe der Klassifizierung der Podogramme über eine objektive Rechenmethode wurde aus dem Material eine Selektion von Patienten mit Knick- und Plattfüßen vorgenommen.

Die multifaktorielle Fußdiagnostik wurde eingesetzt um die Faktoren, die das Verhalten (Belastung und Abrollvorgang) des Fußes und die Morphologie der Podogramme sowie Fußdruckmessungen bestimmen, zu analysieren und zu deuten. Der Zusammenhang zwischen den Beschwerden und den auf diese Art analysierten Untersuchungsbefunden wurde erforscht.

 

Resultate: Bei Fußbeschwerden wird oft die Diagnose Platt- oder Knickfuß gestellt. Bei der Auswertung des Materials zeigten sich jedoch erhebliche Unterschiede.

So kann man bei einem ‘Knickfuß’ eine Adduktion des Calcaneus, eine Pronation im Mittel- oder Vorfuß finden, auch in Kombination mit einem Calcaneus excavatus. Die mediale Längswölbung senkt sich bei einem Calcaneus planus, valgus und/oder adductus, einem Antepes planus und/oder pronatus. Sie verschwindet bei einer starken Pronationsbelastung, einem Antepes planus Stadium IV, einem Talus verticalis oder einem Pes equinovalgus. Es kann ein Innen- oder Außenrotationsgehen bestehen, sowie eine Ad- oder Abduktion im Vorfuß. Zwischen den Befunden der Analyse und den Beschwerden zeigt sich ein Zusammenhang.

Die genauere Analyse öffnet neue therapeutische Wege, wobei aus einer Auswahl von über vierzig unterschiedlichen meist 1 ½-3 mm dünnen Elementen Therapiesohlen konstruiert werden, um das Verhalten der Füße und damit die Beschwerden objektiv zu bessern.

 

Schluss: Die Begriffe Knick- und Plattfuß erweisen sich als Sammeldiagnose von unterschiedlichen Ursachen und Beschwerden. Ihre auf Grund der multifaktoriellen Fußdiagnostik durchgeführte Analyse bietet neue diagnostische Erkenntnisse, die für eine effektive Behandlung über Therapiesohlen mit Millimeter dünnen Elementen entscheidend sind. Manche Operation lässt sich umgehen.